Survivorship Stress bei Brustkrebs
- Daniel Hammes
- vor 15 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 44 Minuten
STREAK‑Studie: Stressreduktion nach Brustkrebsbehandlung durch Akupunktur

Hintergrund
Viele Brustkrebsbetroffene erleben während der gesamten Behandlung eine hohe psychische Belastung. Besonders kritisch ist aber auch die Phase nach Abschluss der primären Therapie – also in der Übergangszeit vom intensiven Klinikalltag hin zur Nachsorge. Studien zeigen, dass bis zu 40 % der Brustkrebsüberlebenden in dieser Zeit relevante Stress- oder Belastungssymptome entwickeln. Zudem berichtet fast jede zweite Patientin in den ersten sechs Monaten nach Therapieende von einem ungedeckten Unterstützungsbedarf. Hier könnten evidenz-basierte, integrativ-medizinische Massnahmen eine sinnvolle Ergänzung sein.Â
Akupunktur, eine seit Jahrtausenden eingesetzte Methode der Traditionellen Chinesischen Medizin, hat in verschiedenen Populationen positive Effekte auf Stress, Schlaf, Fatigue und emotionale Symptome gezeigt. Sie wirkt unter anderem über die Modulation des autonomen Nervensystems. Trotz dieser Hinweise gibt es jedoch kaum randomisierte kontrollierte Studien, die Akupunktur gezielt bei Brustkrebspatientinnen hinsichtlich Stressreduktion untersuchen.
Die STREAK‑Studie (STress REduktion durch AKupunktur) setzt genau hier an und adressiert damit eine Versorgungslücke in einer besonders vulnerablen Phase des Genesungsprozesses.
Forschungsfrage
In der STREAK-Studie wird untersucht, ob eine strukturierte achtwöchige Akupunkturintervention das Stresserleben von Brustkrebsüberlebenden nach Abschluss der Primärtherapie wirksam reduzieren kann. Erhoben werden auch die Auswirkungen auf weitere Parameter wie Lebensqualität, Fatigue, Angst- und Depressionssymptome, subjektive kognitive Einschränkungen und Resilienz.
Studienmethodik
STREAK ist eine multizentrische, randomisierte, kontrollierte (Warteliste-Kontrollgruppe), nicht verblindete Zweiarm-Studie. Neben dem Universitätsspital Basel (USB) wird die Studie auch im Brustzentrum Rheinfelden und im Spital Thun, zwei Zentren mit starker Expertise in der Durchführung der Studienintervention.
Eingeschlossen werden 112 erwachsene Patientinnen mit lokal begrenztem Brustkrebs, die ihre Primärbehandlung (Operation und/oder Chemotherapie und/oder Radiotherapie) in den letzten sechs Monaten abgeschlossen haben und eine signifikante psychosoziale Belastung, aufweisen. Am Universitätsspital Basel kann die Einwilligung zur Teilnahme an der Studie wahlweise auch elektronisch erfolgen («eConsent»).
Die Interventionsgruppe erhält über acht Wochen wöchentliche Akupunktur-Behandlungen nach einem semi-standardisierten Protokoll. Die Wartelisten-Kontrollgruppe bekommt nach Ablauf der acht Wochen ebenfalls Zugang zu der Akupunktur-Behandlung.
Bedeutung der Studie
Die Phase nach Abschluss der Primärbehandlung ist ein hochsensibler Abschnitt für Brustkrebsbetroffene, in dem Belastungssymptome häufig auftreten, aber Unterstützungslücken bestehen. Akupunktur ist ein potenziell wirksamer, gut verträglicher und patientenzentrierter Ansatz zur Stressreduktion. Mit STREAK wird erstmals in der Schweiz in einem randomisierten kontrollierten Setting untersucht, ob Akupunktur in dieser Übergangszeit des Cancer Survivorships einen klinisch relevanten Nutzen erbringt. Die Ergebnisse sollen einen Beitrag dazu leisten, evidenzbasierte komplementäre Ansätze sinnvoll in die Onkologie zu integrieren und so langfristig die ganzheitliche Versorgung onkologischer Patientinnen und Patienten zu verbessern.
Mitwirkende
Sponsorenteam
Sponsorenteam
Sponsor: Swiss GO Trial Group
Sponsor-Investigator: Dr. med. Isabell Ge, Frauenklinik und Brustklinik, USB
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Scientific Steering Committee
Prof. Christian Kurzeder, Co-Leiter Brustklinik, USB
Prof. Viola Heinzelmann, Co-Leiterin Frauenklinik, USB
PD Dr. phil. Corinne Urech, Leitende Psychologin, Frauenklinik, USB
Prof. Maria C. Katapodi, DKF, Universität Basel
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Wissenschaftliche Beratung:
Prof. Viviane Hess, Leitende Ärztin, Onkologie, USB, DKF Forschungsgruppenleiterin
Prof. Walter Weber, Co-Leiter Brustklinik, stellvertretender ärztlicher Direktor, USB, DKF Forschungsgruppenleiter
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Studienmanagement:Â Pamela McLaughlin, PhD und Anett Jacob, B.Sc, Swiss GO Trial Group
Studienkoordination USB:Â Arlinda Emini, Veronica Fasanella, Antje Michel, PhD Lieselotte Wadephul de Agueero, Mana Farsad, Sylvia Alonso, Frauenklinik, USB
Lokale Prüfärztinnen und -ärzte der teilnehmenden Zentren
Thun: Dr. Nurgül Usluoglu, Leitende Ärztin, Onkologie- und Hämatologiezentrum, Spital STS AG
Rheinfelden: Dr. Rosa Jochim-Maier, Leitende Ärztin, Brustzentrum Rheinfelden
Finanzielle Unterstützung durch:
Spendenlauf im Rahmen des Halbmarathons Ascona-Locarno 2023 von Laura Gattlen, Leiterin Stab Direktion Pflege / MTT, USB und Ulrike Jehle, Leiterin Projektmanagement Plattform Operationsbetrieb (POB), USB
Forschungsfonds Nachwuchsforschende, Universität Basel
DKF-Services
Data Management, eConsent, Monitoring, Regulatorik
Über die Studienverantwortliche
Dr. med. Isabell Xiang, Ge

Oberärztin und wissenschaftliche Mitarbeiterin Frauenklinik und Brustklinik, USB
Innovations-Focus USB: «Krebserkrankungen der Frau»
Spezialisierung
Gynäkologie und Geburtshilfe
Forschungsgebiet
Krebserkrankungen der Frau
Integrative Onkologie
Klinische Tätigkeit
Seit 2022: Oberärztin Frauenklinik und Brustklinik, USB 2026: Clinical and Research Fellow Universitäts-Zentrum Naturheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg, Deutschland
2021: Erlangung Facharzttitel: Gynäkologie und Geburtshilfe
Freiburg, Deutschland
2016 - 2021: Assistenzärztin Klinik für Frauenheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg, Deutschland
Wissenschaftliche Tätigkeit
Mitglied DKF-Forschungsgruppe Prof. Viola Heinzelmann
2026: antelope Karriereprogramm, Universität Basel
2026: Clinical and Research Fellow Uni-Zentrum Naturheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg, Deutschland
Seit 2023: Mentoring-Programm der Medizinischen Fakultät, Universität Basel (Mentorin: Prof. Elisabeth A. Kappos)
2020: Promotion zum Dr. med., Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Genetische Epidemiologie, Heidelberg, Deutschland
