Hoffnung auf bessere Kontrolle schwerer tumorassoziierter Hypoglykämien
- Barbara Peters
- vor 11 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Kann ein humaner monoklonaler Immunglobulin G2-Antikörper schwere Hypoglykämien kontrollieren, die durch eine Tumorerkrankung der Bauchspeicheldrüse verursacht werden?

Hintergrund
Schwere Hypoglykämien infolge eines tumorassoziierten Hyperinsulinismus sind für Betroffene eine grosse Herausforderung. Insbesondere bei nicht operablen oder fortgeschrittenen Tumoren stossen bestehende medikamentöse Therapien an ihre Grenzen, sodass viele Patientinnen und Patienten dauerhaft auf intravenöse Glukose angewiesen sind.
Forschungsfrage
Die Studie untersucht, ob Ersodetug, ein humaner monoklonaler Immunglobulin G2-Antikörper (IgG2-mAb), die Kontrolle der Hypoglykämie bei Erwachsenen mit tumorassoziiertem Hyperinsulinismus wirksam und sicher verbessern kann.
Studienmethodik
In dieser internationalen Phase‑3‑Studie erhalten rund 16 erwachsene Patientinnen und Patienten über acht Wochen wöchentlich Ersodetug zusätzlich zur Standardtherapie. Primärer Endpunkt ist eine Reduktion der Glukoseinfusionsrate um mindestens 50 Prozent. Ergänzend werden Hypoglykämie‑Ereignisse, Sicherheitsdaten und die gesundheitsbezogene Lebensqualität erfasst. Eine offene Verlängerungsphase ermöglicht eine längerfristige Weiterbehandlung.
Die Studie wird in 13 Zentren in 5 Ländern (USA, Frankreich, Niederlande, Grossbritannien, Schweiz) durchgeführt. Der erste Studienpatient wurde im Ambulanten Studienzentrum am USB unter der Studienleitung von DKF-Forschungsgruppenleiter Prof. Emanuel Christ behandelt.
Bedeutung der Studie
Ersodetug verfolgt einen neuartigen Ansatz, indem es die Wirkung von Insulin und insulinähnlichen Tumorfaktoren direkt am Insulinrezeptor hemmt. Gelingt der Nachweis einer relevanten klinischen Wirkung, könnte die Studie den Weg für eine neue Therapieoption ebnen und die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten mit schwerem, tumorassoziiertem Hyperinsulinismus deutlich verbessern.
Sponsor
Rezolute Inc., USA
Mitwirkende Studienzentrum Basel
Studienleiter: Prof. Emanuel Christ, Leitender Arzt, Endokrinologie, Diabetologie & Metabolismus, Universitätsspital Basel (USB)
Doktorandin: Christina Romberg, Endokrinologie, Diabetologie & Metabolismus, USB
Leitende Study Nurse: Silke Scarascia, Departement Klinische Forschung (DKF)
DKF-Scientific Services
Ambulantes Studienzentrum, On Site Management
Über den Studienleiter
Prof. Emanuel Christ, MD, PhD

Leitender Arzt
Endokrinologie, Diabetologie & Metabolismus, Universitätsspital Basel
Forschungsgebiete
Neuroendokrine Tumore
Hypophyse & Hypophyseninsuffizienz
Lipid-Stoffwechsel
Klinische Tätigkeit
Weiterbildung in allgemeiner Medizin an peripheren Spitälern in der Ostschweiz und Limmattalspital Schlieren/ZH
Tätigkeit als Oberarzt und Leitender Arzt an allen Universitätsspitälern der Schweiz in Innerer Medizin und Endokrinologie/Diabetologie
Seit 2017 Leitender Arzt für interdisziplinäre Endokrinologie am Universitätsspital Basel
Wissenschaftliche Tätigkeit
Dreijähriger Forschungsaufenthalt in London (PhD in Clinical Sciences)
Seit 2008 ununterbrochene SNF-Förderung für Forschungsprojekte im Bereiche Neuroendokrine Tumore, Lipid-Stoffwechsel und Hypophysen-Insuffizienz mit Fokus auf Wachstumshormon-Ersatz-Therapie bei Erwachsenen
Seit 2017 DKF-Forschungsgruppenleiter
